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Kurzgefasst - Einmaleins für Business Angels
Die USA - Land der Mäzene ?

140.000,- Euro steckte der Business Angel in den 70er Jahren in die kleine Computerklitsche von Bill Gates - heute ist er damit mehrfacher Milliardär. Die Ausnahme? Ganz sicher. Doch immerhin: 29 Prozent Rendite pro Jahr rechnen die Mitglieder der "Band of Angels" im Silicon Valley, die zu den rund 250.000 privaten Kapitalgebern und Förderern
in den USA gehören, die pro Jahr rund 25 Milliarden Dollar - andere Schätzungen gehen bis zu 50 Milliarden - in neu gegründete Unterneh-men stecken. Deutschland ist dagegen eher ein Entwicklungsland: Gerade mal auf eine halbe Milliarde Euro wird das Investment von "Business Angels" geschätzt.

Denn sie wissen, was sie tun
Business Angels Deutschland - ExistenzgründungBusiness Angels (BA) sind also in den USA - wie anderswo auch - keine mildtätigen Onkels, sondern es geht knallhart ums Geschäft. Sie suchen die finanzielle Beteiligung an start-up-Unternehmen, in der Frühphase der Gründung also, von deren Erfolgsaussichten sie - häufig aufgrund eigener Branchenkenntnisse - überzeugt sind. Hohes Risiko, aber auch hohe Rendite, so lautet ihre Rechnung, die sie dadurch zu verbessern trachten, dass sie ihre eigene unternehmerische Erfahrung und ihre Kontakte einbringen. Häufig spielt auch der Wunsch mit, nach dem eigenen Berufserfolg erneut am raschen Wachstum eines Unter-nehmens teilzunehmen, neue Techniken und Märkte kennen zu lernen - Unternehmer sein aus Vogelperspektive, sozusagen.

Ready for take off - aber wie ?
Gerade in der Startphase ist es für innovative Unternehmer häufig besonders schwierig, das notwendige Kapital für das Wachstum bereit-zustellen bzw. zu erwirtschaften. Banken tun sich schwer, weil ihnen meist das Know-how fehlt, die Entwicklungschancen und das Markt-potenzial einzuschätzen. Für Wagniskapitalfonds ist das Investment
oft zu klein, auch benötigen sie den schnell messbaren Erfolg, den Kursgewinn. Einem Business Angel mit Branchenkenntnissen und einschlägigen Kontakten, Gespür für Personen und Machbarkeit bietet dies Gelegenheit, an Erfolgsstories mitzuschreiben. Um so mehr, als sie den Gründern bei den alltäglichen Widrigkeiten des Geschäfts-lebens Tipps und Hilfestellung geben können - vom Business-Plan über die Organisation der betrieblichen und kaufmännischen Abläufe bis hin zum Marketing und Vertrieb.

Typisch Business Angel
Kapital, Know-how, Kontakte: Business Angels sind Spezies einer besonderen Art. Wer sich an einem jungen Unternehmen finanziell beteiligt, muss mit dem Risiko leben können. Ihre Kontakte sind Tür-öffner: zu Banken und vielfach auch zu anderen Angels. Ihre unterneh-merische Erfahrung - behutsam eingebracht - hilft Fehler meiden, Möglichkeiten erschließen, Chancen nutzen. Meist sind das - so die allgemeine Meinung - vermögende Männer und Frauen im sogenann-ten besten Alter mit eigenem unternehmerischem Hintergrund (häufig früher einmal selbst ein Gründer), denen Full-time zu viel und Null-time zu wenig ist.

Der statistische Steckbrief lautet: Der typische Business Angel ist im Durchschnitt 48 Jahre alt und hat einige Millionen Euro Privatvermögen, wovon er einen Betrag zwischen 25.000 und 500.000 Euro in ein start-up steckt.

Und: Business Angels, ihr Geld und ihr Wissen sind nicht billig. Sie lassen sich ihr Risiko, ihre Branchenkenntnisse und unternehmer-ische Erfahrung sowie ihre Kontakte und Netzwerke gut bezahlen - mit Firmenanteilen, auf deren Realisierung sie auch mal länger warten können, anders als Wagniskapitalfonds.

Match as match can
Matching - so heißt neudeutsch der Prozess, in dem Geldgeber und -nehmer zusammentreffen. Drüben, jenseits des großen Teichs, haben
die Angels sich längst in Clubs zusammengefunden. Haben ihre Späher aussichtsreiche start-ups entdeckt, so werden sie zunächst hart durchgecheckt. Branchenkundige Angels fragen, prüfen, rechnen - und schauen: ist der Mann, die Frau, das Team o.k.? Die müssen überzeu-gen. Das müssen sie erst recht, wenn sie dann auf Clubmeetings präsentieren dürfen, wo letztlich über den finanziellen Einstieg entschie-den wird. Voraussetzung dafür: ein glasklarer Business-Plan - fundiert, konsistent, ohne wenn und ohne aber.
Und was die Gründer wissen müssen: Wer einen Angel im Unterneh-men haben will, muss mit offenen Karten spielen - er kann auf Schutz des „Beichtgeheimnisses" bauen.

Plattform für Senkrechtstarter
In Deutschland gibt es eine solche Kultur von Business Angels nicht - noch nicht. Seit kurzer Zeit hat BAND (Business Angels Netzwerk Deutschland) www.business-angels.de in Berlin - als Zentrale für regionale Netzwerke gedacht - im Internet ein Forum eingerichtet, auf dem sich ausgewählte Gründer und Angels - zunächst anonym - prä-sentieren können. BAND stellt außerdem Musterverträge bereit und verfolgt das Ziel, regionale Netzwerke zu initiieren, da die räumliche Nähe von Angels und Gründerunternehmen in aller Regel Voraus-setzung für den Erfolg ist.


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